von Schweden über Bornholm nach Polen

2.9.bis 4.9., Montag bis Mittwoch, 59. bis 61. Tag:

Heute soll es ein Wetterfenster geben mit Wind aus West mit 14kn. Das sind beste Bedingungen, um nach Bornholm zu kommen. Also Leinen zeitig los. Die 1. drei Stunden stimmte das auch, dann legte der Wind zu und damit auch die Wellen. Bei 18 kn aus WSW ging alles noch, mittags wurden es 20 und in Böen bis 24 kn. Für Hillu mal wieder zu viel. Und der Druck auf die Selbststeueranlage auch. Also wieder „Selbst ist der Mann bzw. die Frau“, Duschen von vorn gab es reichlich. Die Fock lässt sich leider nicht reffen. So hat Jörg sich entschieden, sie ganz einzurollen. Aber mit dem 2x gerefftem Groß ging es gegen die Welle auch nicht. So habt er den Motor zur Unterstützung mit dazu genommen. Eigentlich wollten wir nach Christiansö, bei der Welle uns aber zu gefährlich. Also weiter bis Nexö, die anderen Häfen schienen uns auch nicht geeignet. Nachdem die Nordspitze von Bornholm erreicht war, wurde es besser. Wellenhöhe rund 1m. Der Hafen schon reichlich voll, mit etwas drängeln finden wir einen Platz. Und dann sind wir einfach nur müde.
Dienstag Hafentag in Nexö, wir sind nicht die Einzigen, die hier bleiben. Im Hafen ist es zwar relativ ruhig, aber draußen ist Wind mit 20 bis 30kn. Ja und bei uns Schadensbegrenzung. Jörg kauft noch ein Teil für die Selbststeueranlage und klebt es ein. Hillu muss ihre Bauchprobleme kurieren und dann sind noch die Polster im Salon auf der Steuerbordseite total nass. Es ist ziemlich viel Wasser ins Boot reingelaufen und so ist Trocknen angesagt. Gut das wir einen elektrischen Heizer dabei haben. Der pustet nun den ganzen Vormittag. Und da es einen Regenschauer nach dem anderen gibt, haben wir die Kuchenbude aufgebaut und bleiben an Bord.

Am Abend mehrfach die Windvorhersage betrachtet. Mittwoch Wind nachts aus W, dann auf SW drehend mit bis zu 18kn. Do und Fr mehr als 20kn. Wir stellen um 1:00 den Wecker. In Ruhe alles fertig gemacht, das Groß (2x gerefft) im Hafen von Nexö gesetzt und ab geht es in die dunkle Nacht. Mit dem Plotter kein Problem, den Weg zu finden. Schön war an der dunklen Nacht, dass man die Sterne sehr klar sehen konnte. Und toll, der Autopilot funktioniert. Hinter der Südostspitze von Bornholm Düngung, wieder nichts für Hillu. Also ab in den Salon und liegen. Jockel kommt oben auch alleine klar. Der Wind dreht immer mehr auf Süd, die 200° sind nicht zu halten. Da wird halt der Weg immer länger. Erst Drehung auf Süd und dann nur noch 5kn Wind – entspricht nicht der Vorhersage -, die letzten 13sm muss der Motor zum Vorwärtskommen übernehmen. Es ist ein langer Tag geworden, 86sm über Grund, 17h. Zumindest hat es nicht geregnet und kalt war es auch nicht. Wir fallen zeitig in die Koje.